Das Kloster stößt verstärkt auf Interesse, warum?
Horn: Sicherlich auch durch die Veröffentlichungen über das Kloster-Museum, das hier im Entstehen ist. Auch überregional. Ich begegnete heute einer Dame, die plant, mit einer größeren Gruppe aus Düsseldorf das Kloster Saarn zu besuchen. Ich finde das wunderschön, dass die Aufmerksamkeit weit über die Stadtgrenzen hinausgeht.
Hat der Zulauf etwas mit einer neuen Spiritualität zu tun?
Horn: Ja, ich beobachte immer wieder, dass Menschen kommen und in die Kirche gehen. Es spielt auch mit hinein, dass wir hier vielfältige Nutzungen haben. Es ist ja nicht nur ein Ort der Spiritualität, sondern wir haben die Bücherei, die Begegnungsstätte und Programmteile wie „Musik im Kloster Saarn” - eine Veranstaltung, die landesweit einen anerkannten Ruf hat.
Wenn man an die Anfänge denkt . . .
Horn: Die Saat ist sozusagen aufgegangen. Wenn ich daran denke, dass wir in den 1970er Jahren, als wir mit der Restaurierung begannen, formuliert haben, dass hier die Lichter niemals ausgehen sollen, dass hier ein kultureller Ort zum Anfassen, ein Ort der Begegnung entsteht. Das sind damals hehre Ziele gewesen. Und diese Ziele sind inzwischen Realität geworden.
Wie auch bald das Museum. Ist das für Sie eine innerliche Jubelfeier?
Horn: Ich kann nicht leugnen, dass mich das ein stückweit mit Freude und Stolz erfüllt. Wobei ich ausdrücklich erwähnen möchte: Das ist ein Werk mehrerer Menschen, die sich von Anfang an mit Fantasie, mit Kreativität, mit Leidenschaft eingebracht haben.
Wurde der Termin bewusst im Stadtjubiläumsjahr gewählt?
Horn: Das zählt zu den glücklichen Zufällen, die überhaupt den gesamten Prozess Kloster Saarn begleiten. Wir feiern in diesem Jahr 200 Jahre Stadt Mülheim, wir haben 200 Jahre Aufhebung des Klosters bzw. 200 Jahre existiert die katholische Kirchengemeinde St. Mariä-Himmelfahrt, 50 Jahre das Ruhrbistum und 25 Jahre der Verein der Freunde und Förderer von Kloster Saarn. Wir haben vier Geburtstage, so war's aber nicht geplant.
Im Vergleich zu anderen Museen wird das Kloster-Museum sehr geräuschlos realisiert.
Horn: Ja, das ist sicherlich kein Zufall. Wir haben die Kosten sehr sorgfältig ermittelt und auch alle denkbaren Risiken mit einkalkuliert. Wir werden das Museum realisieren mit annähernd 500 000 €.
Konnten neue Mitglieder geworben werden?
Horn: Ja, erfreulicherweise hat sich die Mitgliederzahl in den letzten Jahren von etwa 90 auf mehr als 120 erhöht.
Laufen die Bauarbeiten wie geplant?
Horn: Die Bauarbeiten laufen wie geplant und bewegen sich auch im Kostenrahmen.
Gab's kein einziges Malheur?
Horn: Es hat nur einmal eine größere Aufregung gegeben, als die Wände und Decken abgestrahlt wurden. Da ist dieser feine Staub durch das gesamte Gebäude bis ins Dachgeschoss gezogen. Aber auch das ist sehr geräuschlos wieder beseitigt worden. Was wiederum gezeigt hat, dass die Zusammenarbeit hier funktioniert.
Interview: Margitta Ulbricht