Der Verein "Freunde und Förderer des Klosters Saarn“ - hinter diesem Namen stehen Menschen, für die Bürgerengagement nicht nur ein Lippenbekenntnis ist. Jede Menge Herzblut, Engagement und Visionen machen aus ihm einen Verein, der sich hohe Ziele setzt - wie das Klostermuseum, das noch in diesem Herbst eröffnet werden soll.
„Bisher haben wir mit der kleinen Ausstellung im Obergeschoss nur ein ,Nicht-Museum‘.
Viele Fundstücke schlummern noch in Kartons“, erklärt Hans-Theo Horn, 2. Vorsitzender des Vereins und ehemaliger Kulturdezernent der Stadt, den Handlungs-bedarf.
Die Bauarbeiten im Keller des ehemaligen Zisterzienserinnen-Klosters sind bereits im vollen Gange. Auf 140 Quadratmetern soll hier ein Museum entstehen, dass den vielen Dingen, die auf dem Gelände des Klosters Saarn im Laufe der Zeit ausgegraben und gefunden wurden, einen angemessenen Rahmen geben soll. Dafür haben der Vorsitzende Jörg Enaux und seine Mitstreiter im Vorfeld kräftig die Werbetrommel gerührt - denn ohne die nötigen Gelder kann das ehrgeizige Projekt nicht verwirklicht werden. „Rund 350.000 Euro haben wir bereits zusammenbekommen“, berichtet Enaux stolz. Die Summe setzt sich zusammen aus Geldern privater Spender, der Leonard-Stinnes-Stiftung, des Landesverbandes Rheinland und der Sparkasse Mülheim. Wie teuer das Museum im Endeffekt werden wird, steht jetzt noch nicht fest. Ein Museumsdesigner wurde engagiert, der demnächst seine Ideen für die Präsentation der Ausstellungsstücke vorlegen wird.
Dann wird sich entscheiden, was machbar ist und was nicht. „Gegebenenfalls werden wir auch eine Stufenlösung ins Auge fassen“, zeigt sich Hans-Theo Horn, 2. Vorsitzender des Vereins und ehemaliger Kulturdezernent der Stadt, zuversichtlich. Einige Grenzen sind bereits jetzt klar. So werden große Teile des historischen Kellergewölbes höchstens im Sommer für Sonderausstellungen genutzt werden können: Zu teuer und aufwändig wären die Arbeiten an den alten und stark durchfeuchteten Wänden. Die Betriebskosten werden, so hofft der Verein bei nicht mehr als 4.000 Euro im Jahr liegen. Die Kellerräume, im städtischen Besitz, wurden ihnen für 25 Jahre mietfrei überlassen, der Eingangs- und Kassenbereich, Kircheneigentum, wird ebenfalls kostenfrei zur Verfügung gestellt. Betrieben werden soll das Museum mit ehrenamtlichen Kräften.
In der Baustelle lässt Vereins-Beirat Leo Werry bereits die Vision des Museums erstehen:
In dem großen Raum wird der Schwerpunkt des Ausstellung liegen. Hier werden die vielen Stücke zu sehen sein, die auf dem Gelände des Klosters ausgegraben wurden. „Das wird das Besondere an unserem Museum sein: Wir setzen nicht auf Leihgaben, wie die meisten anderen Klostermuseen, wir zeigen Dinge, die wirklich hier vor Ort ergraben wurden.“ Dabei sind Fundstücke aus der ehemaligen Klosterapotheke, der Landwirtschaft, der Textil-, Metall- und Lederverarbeitung sowie der Rosenkranzproduktion. Im Nebenraum wurde ein alter Brunnen bereits wieder hochgemauert, ein Kachelofen und eine mittelalterliche Druckwasserleitung sollen hier ebenfall ihren Platz finden. Der Vorraum soll einen Überblick über die Geschichte des Gebäudes und des Geländes geben. „Wir wollen aber keine Tafelausstellung, in der nur gelesen werden soll. Das Museum soll vor allem auch Kinder und Jugendliche ansprechen, darum wollen wir sehr visuell und auch interaktiv arbeiten“, betonen die Initiatoren. Auch barrierefrei wird das neue Museum sein: Es gibt einen Aufzug in den Keller, eine Behindertentoilette und eine Rollstuhlrampe, um das Gebäude zu erreichen. Sogar ein konkretes Datum für die Eröffnung des Klostermuseums gibt es bereits: „Am 24. Oktober wollen wir Einweihung feiern. Man muss sich eben ehrgeizige Ziele setzen“, freut sich Hans-Theo Horn.