Ein Klostergarten war stets prägender Bestandteil mittelalterlicher Klosteranlagen. Hier wuchs sozusagen das Handwerkszeug für die Heilkunde der damaligen Zeit. Die Klostergärten waren mit ihrer Blütenpracht und dem Duft der Pflanzen aber auch Orte der Ruhe und Entspannung.
Deshalb war es den Verantwortlichen des Vereins der Freunde und Förderer des Klosters Saarn e.V. wichtig, den Besuchern des Klostermuseums über die hier installierten Schautafeln hinaus das Kräuterwissen der Nonnen näher zu bringen. Die „Klostergäste“ sollen direkt vor Ort einen Kloster- / Kräutergarten erleben, in dem sie schon den im Mittelalter kultivierten Pflanzen unmittelbar begegnen können. Außerdem bestand der Wunsch, das Klosterumfeld um eine „blühende Erholungsinsel“ zu erweitern.
So entstand im Herbst 2010 auf rund 115 Quadratmetern unter Mithilfe des Saarner Landschaftsbauers Ingo Rühl und des Gärtners Christof Rumbaum eine mittelalterliche Hochbeetanlage, die nach endgültiger Fertigstellung im Frühjahr 2011 rund 100 Pflanzenarten beherbergen wird. Projektleiterin Stefanie Horn erläutert: "Die Bepflanzung orientiert sich daran, was nach dem heutigen Stand der Wissenschaft in mittelalterlichen Kräutergärten angepflanzt wurde. Hierzu zählen Heil- und Küchenkräuter, Pflanzen, die zur Marienverehrung genutzt wurden und Kräuter, denen eine mythologische Bedeutung zukam". Welche Pflanze welche Wirkung hat, wird nach endgültiger Fertigstellung auf kleinen Informationstafeln stehen, die derzeit in den Theodor-Fliedner-Werkstätten hergestellt werden. Jahreszeitlich bedingt, sind die ersten Pflanzen im Herbst bereits gesetzt worden. Der Rest wird im Frühjahr folgen. Der Kloster- / Kräutergarten soll im Rahmen eines Frühlingsfestes am 21. Mai 2011 offiziell eröffnet werden.
Die Realisierung des Projektes wurde durch die finanzielle Förderung des Vereins und der Leonhard-Stinnes-Stiftung ermöglicht.
