Sonderausstellung im Klostermuseum Saarn vom 22. Mai 2010 bis zum 29. September 2010

„Mit Brief und Siegel“, Urkunden des Klosters Mariensaal in Saarn

   Die Geschichte des Klosters Saarn führt weit zurück ins Mittelalter. Das Kloster Mariensaal, auf lateinisch „aula beatae Mariae“, wurde 1214 als Zisterzienserinnenkloster gegründet. 1808 wurde es im Zuge der Säkularisation aufgelöst. Urkunden aus dieser langen Geschichte, Meilensteine im Saarner Klosterleben, präsentiert der Verein der Freunde und Förderer des Klosters Saarn in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv Mülheim an der Ruhr im Kulturhauptstadtjahr Ruhr.2010 im Kostermuseum in Mülheim-Saarn.

Die Urkunden geben Zeugnis von der Einbindung des Saarner Klosters in die europäische und kirchliche Geschichte.

In der ältesten Urkunde des Mülheimer Stadtarchivs von 1221 übertrug Erzbischof Engelbert von Köln dem Kloster Mariensaal einen Wald zur Sicherung der wirtschaftlichen Existenz. Kein geringerer als Papst Honorius III, aber auch Landesfürsten wie Herzog Wilhelm von Jülich-Berg oder kirchliche Würdenträger wie der Kölner Nuntius Fabius Chisius bezeugen durch von ihnen ausgestellte Urkunden von ihrem Interesse am Wohlergehen des Saarner Klosters.


Vier Exponate zeigt die Ausstellung. Drei davon sind Originalurkunden aus dem Mülheimer Stadtarchiv: die Urkunde Engelberts, Erzbischof von Köln (*1185, +1225 ermordet auf dem Gevelsberg) aus dem Jahr 1221, eine Urkunde Herzogs Wilhelm IV von Jülich-Berg (*1475, +1511) von 1478 und eine Urkunde des päpstlichen Nuntius für die Rheinlande, des Bischofs Fabius Chisius (*1599, +1667) von 1642. Das vierte Ausstellungsstück ist ein Faksimile des Privilegs des Papstes Honorius (*1150, +1227) an das Saarner Kloster aus dem Jahr 1223, das Original befindet sich im Landesarchiv Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. In allen vier Urkunden wird deutlich, dass es den weltlichen wie geistlichen Herren um das Wohlergehen des Klosters Mariensaal sehr gelegen war und sie die Zisterzienserinnen mit Sonderrechten oder Schutzbriefen ausstatteten oder auch als Streitschlichter zum Wohle des Klosters fungierten.


Die Beschränkung auf eine kleine Anzahl von Objekten ist didaktisch begründet. Die geringe Anzahl erlaubt es, die Besucher mit Besonderheiten der Urkunden vertraut zu machen und Anreize für das genaue Hinsehen zu geben. So bieten die Objektbeschriftungen nicht nur Zusammenfassungen des Inhalts, sondern geben auch Lesehilfen und klären Besonderheiten im Schriftbild oder beim Siegelabdruck auf. Damit die Gäste dafür auch das notwendige Hintergrundwissen haben, klären weitere Texttafeln in eingängiger Sprache über Urkundenwesen im Allgemeinen, über den Beschreibstoff Pergament, über die Entwicklung der Schrift im Laufe der Jahrhunderte und über das Siegel als Beglaubigungsmittel auf.

In der Öffentlichkeit ein Bewusstsein für die kulturellen Wurzeln der Region am Beispiel Saarns zu wecken, ist das Anliegen des Vereins der Freunde und Förderer des Klosters Saarn. Konzipiert wurde die Ausstellung von der Historikerin Dr. Ina Germes-Dohmen, auch tätig für die Domschatzkammer in Essen, in Zusammenarbeit mit dem Gestaltungsteam Marquardt aus Köln. Eine Projektgruppe, bestehend aus den Vorstandsmitgliedern des Vereins, Dr. Kai Rawe vom Stadtarchiv Mülheim an der Ruhr und Dr. Arie Nabrings von der Archivberatungsstelle des Landschaftsverbandes Rheinland, begleitete die Arbeiten.


Der Flyer zur Ausstellung steht als Download zur Verfügung.

Aktualisierung: 28.04.2010 - 17:14 / Redakteur: H.Dickmann
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