Seit 25 Jahren besteht der Verein der Freunde und Förderer des Klosters Saarn. Schon Ende der "90er" entstand die Idee, ein Museumsprojekt zu realisieren, um das Gelände des früheren Zisterzienserinnen-Klosters zu beleben. Nach intensiver Planung und manchen Rückschlägen ist es nun so weit. Die Planer gehen fest davon aus, dass das Museum in den Kellergewölben am 24. Oktober 2008 eröffnet wird.
Seit dem vergangenen Jahr sind an den Wänden im Kreuzgang die Namen der Äbtissinnen zu lesen und - dort, wo es möglich war - jeweils das zugehörige Wappen zu bewundern. Auch vier Figuren, die den Eingangs- und Innenbereich der Kirche schmücken, wurden restauriert. Der Verein der Freunde und Förderer des Klosters Saarn mit dem Vorsitzenden Jörg Enaux und seinen mittlerweile 120 Mitgliedern läßt nichts unversucht, die Anlage in Saarn attraktiv zu gestalten. Und nun soll im Oktober der Kirchengemeinde und der Stadt ein kleines Klostermuseum übergeben werden.
"Ein Ausstellungsraum ist ja schon vorhanden. Jetzt wird aber für uns eine Vision wahr", sagt Hans-Theo Horn, Vereins-Beirat und Gründungsmitglied. Er fährt fort: "Das hier wird ein ganz besonderes Museum, denn wir haben ein Alleinstellungsmerkmal. Alle demnächst ausgestellten Stücke sind hier auf diesem Areal ausgegraben und dann restauriert worden. Wir werden hier keine Leihgaben präsentieren." Horn spricht bei der Umsetzung des Projektes von einer "Herkules-Aufgabe", denn die Zeit ist knapp. "Mit den baulichen Maßnahmen kommen wir gut voran. Was allerdings sehr aufwendig sein wird, ist die Innengestaltung der 140 Quadratmeter großen Ausstellungsfläche. Dafür haben wir auch einen Museumsdesigner engagiert. Wer sich keine ehrgeizigen Ziele setzt, kommt nicht voran", meint Horn.
Im Museum - so Vereinsbeirat Leo Werry - soll das frühere Leben im Kloster dargestellt werden. Was haben die Menschen gemacht ? Wie hat es hier funktioniert ? Wie hat das Museum die Jahrhunderte überstanden ? Das sind die Fragen, die beantwortet werden sollen", sagt Werry, der bedauert, dass nicht noch mehr wertvolle Fundstücke zu Tage gebracht werden konnten. Der Grund liegt auf der Hand: "1808 wurde das Kloster aufgegeben. Damals ist wahrscheinlich alles verscherbelt worden,. Das, was nicht gebraucht wurde, ist dann einfach weggeschmissen worden. Und das haben wir wiedergefunden."
Dargestellt werden sollen Bereiche wie die Textil-, Metall- und Lederverarbeitung, die für Nonnen typische Rosenkranzproduktion, die Landwirtschaft und die medizinische Versorgung sowie die Heiz- und Wassertechnik. Die Klostergeschichte wird den Besuchern im Vorraum nähergebracht.
Sowohl hier als auch in den übrigen Museumsräumen wird Wert darauf gelegt, dass die Informationen visuell herüberkommen und nicht auf unübersichtlichen Texttafeln niedergeschrieben werden. Um gerade auch Jugendliche und junge Erwachsene anzulocken, wollen die Projektplaner möglicherweise auch einen Audio-Guide einrichten. An mehreren Stationen können dann per eigenem Handy kostenfrei Informationen abgerufen werden Gespräche mit einer Kölner Firma werden bereits geführt. In Brauweiler ist der Audio-Guide schon ein echter Renner.