"Klostermuseum Saarn bleibt spannend"

WAZ vom 27. März 2009 - ein Bericht von Margitta Ulbricht

Unglaublich, wie spannend ein altes Döschen mit der Aufschrift „Union-Pillen als Gabe bei Verstopfung” sein kann.

Wenngleich der ursprüngliche Inhalt längst die Ruhr runter ist, ist das aktuelle Innenleben des Döschens von beachtlicher Bedeutung: „Es handelt sich vermutlich um die Reliquien der Märtyrergemeinschaft der Heiligen Ursula und des Heiligen Gereon”, sagt Hans-Theo Horn. Vor Jahren fand der zweite Vorsitzende der „Freunde Kloster Saarn” das Döschen auf dem Dachboden des ehemaligen Pfarrhauses.
 

Und so nahm die Odyssee um die Überreste der Schutzheiligen aus Köln ihren Lauf. Eine Geschichte, die noch nicht abschließend erforscht ist. Jedenfalls wird das Kästchen mit den Reliquien demnächst in der Schatzkammer des Museums zu sehen sein.

 
Ein Museum darf nie fertig werden – nach diesem Motto wollen die Aktiven des Fördervereins die Spannung erhalten. Zwischenzeitlich ist im Treppenhaus ein schönes Relief installiert worden. Noch in 2009 soll der Bestand erweitert werden wie um den Nachbau einer Klostermühle. Für das Klostermuseum als einen außerschulischen Lernort soll ein Museumsführer mit Gewölbe-Gespenst Geralda erscheinen. Und mit Blick auf 2010 ist Kloster Saarn mit Museum und der Musik-Reihe ein Schauplatz im Kulturhauptstadtjahr. Nicht zuletzt liegt der Ort passend auf der Route der spirituellen Kulturtankstellen. Am Programm für das Kulturhauptstadtjahr wird derzeit getüftelt. Dazu gehört auch eine Ausstellung der Saarner Originalurkunden, die im Stadtarchiv aufbewahrt werden.

 
Seit der Museums-Eröffnung am 24. Oktober 2008 freut sich Jörg Enaux, Vereinsvorsitzender, über eine positive Resonanz. Bislang kamen rund 2500 Besucher – junge und ältere Leute, Kinder und Schülergruppen – die Kreise werden weiter. Familien verbinden ihre Feiern mit Museumsbesuch und Kaffee und Kuchen im Klostercafé. Durch Mundpropaganda wird die Saarner Adresse zum Tipp.

 
Viel Lob werde von fachlicher Seite gespendet, so Horn. Und so sei man gern der Bitte nachgekommen, drei Objekte als Dauerleihgabe im Ruhr Museum zu zeigen, das im Herbst auf der Essener Zeche Zollverein eröffnet wird.

 
Auf rund 60 Führungen kommt Wolfgang Geibert bislang. Die hat er sich mit Horn aufgeteilt, denn der gesamte Betrieb wird ehrenamtlich gemanagt. Weil es in Saarn ein aktives Gemeindeleben gibt, helfen Messdiener aus. Und so würde man sich über weiteren Nachwuchs mehr als freuen.

Aktualisierung: 29.01.2010 - 14:33 / Redakteur: H.Dickmann
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